Beim Weinkauf beginnt die Suche häufig mit einer sehr allgemeinen Frage: Rot oder Weiß? Für eine gute Auswahl lohnt es sich jedoch, etwas genauer hinzusehen. Entscheidend ist nicht nur die Farbe, sondern auch der Anlass, das Essen, die Jahreszeit und der persönliche Geschmack der Gäste.
Gerade die südafrikanische Weinwelt bietet dafür eine große Bandbreite. Wer unterschiedliche Rebsorten und Stilrichtungen ausprobieren möchte, kann diese Weine als Ausgangspunkt für eine kleine Entdeckungsreise nutzen. Vom frischen Weißwein bis zum kräftigen Rotwein gibt es passende Varianten für sehr unterschiedliche Gelegenheiten.
Für den entspannten Sommerabend
An warmen Tagen sind leichtere und frische Weine häufig angenehmer als sehr schwere Rotweine. Sauvignon Blanc, Chenin Blanc oder ein trockener Rosé können deshalb eine gute Wahl für Terrasse, Garten oder Picknick sein.
Wichtig ist vor allem die Trinktemperatur. Weißwein darf kühl serviert werden, sollte jedoch nicht unbedingt eiskalt sein. Bei zu niedrigen Temperaturen treten Aromen teilweise deutlich schwächer hervor.
Zum Grillen darf der Wein kräftiger werden
Grillgerichte besitzen durch Röstaromen oft einen intensiveren Geschmack. Bei Rindfleisch oder würzigen Speisen können deshalb Rotweine mit mehr Körper interessant sein. Syrah, Cabernet Sauvignon oder Pinotage sind mögliche Kandidaten.
Bei gegrilltem Gemüse, Fisch oder Geflügel kann dagegen ein kräftiger Weißwein sehr gut funktionieren. Es gibt deshalb keine feste Regel, nach der Grillen automatisch Rotwein bedeutet.
| Anlass oder Gericht | Mögliche Weinrichtung |
|---|---|
| Picknick | Rosé oder frischer Weißwein |
| Fisch | Sauvignon Blanc oder Chenin Blanc |
| Gegrilltes Gemüse | aromatischer Weißwein oder leichter Rotwein |
| Rind vom Grill | Syrah, Cabernet Sauvignon oder Pinotage |
| Gemütlicher Abend ohne Essen | nach persönlicher Vorliebe |
Zum Essen sollte der Wein nicht alles überdecken
Eine einfache Orientierung lautet: Je intensiver das Gericht, desto kräftiger darf meistens auch der Wein sein. Ein sehr leichter Wein kann neben einem stark gewürzten Schmorgericht untergehen. Umgekehrt kann ein mächtiger Rotwein einen feinen Fisch geschmacklich dominieren.
Die Zubereitung ist dabei oft mindestens so wichtig wie die Hauptzutat. Gegrilltes Hähnchen besitzt durch Röstaromen beispielsweise einen anderen Charakter als gedämpftes Hähnchen mit einer leichten Sauce.
Pinotage für neugierige Rotweintrinker
Wer südafrikanischen Wein kennenlernen möchte, stößt schnell auf Pinotage. Die Rebsorte entstand aus Pinot Noir und Cinsault und wird besonders stark mit Südafrika verbunden.
Allerdings gibt es keinen einheitlichen Pinotage-Geschmack. Je nach Herkunft, Ertrag, Ausbau und Produzent reicht die Bandbreite von fruchtbetonten, zugänglichen Weinen bis zu kräftigeren Varianten mit deutlicher Struktur.
Chenin Blanc ist erstaunlich vielseitig
Auch Chenin Blanc lohnt einen genaueren Blick. Die Rebsorte kann leichte, frische Weine hervorbringen, aber ebenso komplexere Varianten mit mehr Körper.
Dadurch lässt sie sich zu sehr unterschiedlichen Speisen kombinieren. Zu Salaten und leichten Gerichten kann eine frische Ausführung passen, während kräftigere Varianten auch Geflügel oder intensiver gewürzte Speisen begleiten können.
Für Gäste besser nicht zu experimentell auswählen
Wer Wein für eine größere Runde kauft, sollte nicht ausschließlich nach der eigenen Vorliebe entscheiden. Ein besonders ungewöhnlicher oder extrem kräftiger Wein kann spannend sein, muss aber nicht allen Gästen gefallen.
Für Feiern bietet es sich deshalb an, mehrere unterschiedliche Richtungen anzubieten. Ein frischer Weißwein und ein ausgewogener Rotwein decken bereits viele Vorlieben ab. Bei größeren Veranstaltungen kann ein Rosé hinzukommen.
Eine kleine Verkostung macht mehr Spaß als Theorie
Am einfachsten lernt man Wein durch Vergleichen kennen. Dafür müssen keine teuren Flaschen geöffnet werden. Drei unterschiedliche Rebsorten oder drei Weine derselben Rebsorte aus verschiedenen Regionen reichen bereits aus.
Interessant ist, zunächst ohne ausführliche Beschreibung zu probieren und eigene Eindrücke festzuhalten. Anschließend können Herkunft und Ausbau miteinander verglichen werden. So entwickelt sich mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Eigenschaften persönlich gefallen.
Der beste Wein ist am Ende der, den man gerne trinkt
Weinwissen kann bei der Auswahl helfen, sollte den Genuss aber nicht komplizierter machen. Bewertungen, Rebsorten und Anbaugebiete liefern Orientierung – Geschmack bleibt trotzdem individuell.
Wer verschiedene Stilrichtungen ausprobiert, entdeckt meist schneller seine persönlichen Favoriten als durch das Studium möglichst vieler Regeln. Gerade Südafrika bietet dafür eine spannende Mischung aus bekannten internationalen Rebsorten und landestypischen Besonderheiten.

