Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, der erste Tag rückt näher, und in der Einladung steht ein kurzer Satz, den viele überlesen, nämlich dass am Arbeitsplatz Sicherheitsschuhe getragen werden müssen. Ob im Lager, in der Werkstatt, auf dem Bau oder in der Produktion, ohne passende Schuhe geht es dort nicht los. Viele kaufen sie inzwischen online, weil die Auswahl im Laden um die Ecke oft klein ist. Damit das nicht im Fehlkauf endet, lohnt sich ein bisschen Vorbereitung.
Arbeitsschuh, Schutzschuh oder Sicherheitsschuh?
Im Alltag werden die Begriffe gern durcheinandergeworfen, dabei stecken unterschiedliche Normen dahinter. Ein einfacher Berufsschuh nach EN ISO 20347 hat keine Zehenschutzkappe, er ist vor allem rutschhemmend und bequem, etwa für die Gastronomie oder die Pflege. Schutzschuhe nach EN ISO 20346 haben eine Kappe, die einem Aufprall von 100 Joule standhält. Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 gehen weiter, ihre Kappe ist auf 200 Joule geprüft. Wenn dein Arbeitgeber von Sicherheitsschuhen spricht, meint er in der Regel diese letzte Gruppe.
Frag vor dem Kauf ruhig im Betrieb nach, welche Schutzklasse gefordert ist und ob Schuhe gestellt oder bezuschusst werden. Viele Firmen haben dafür feste Regeln, und manchmal gibt es sogar eine Liste mit Modellen, die bereits im Einsatz sind.
Die Schutzklasse verstehen, ohne Fachchinesisch
Auf jedem Sicherheitsschuh steht eine Kurzbezeichnung wie S1, S1P, S2 oder S3. Die Grundidee ist einfach, jede Stufe baut auf der vorherigen auf. S1 bedeutet Zehenschutz, einen geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften und eine Dämpfung an der Ferse. Das P steht für einen durchtrittsicheren Unterbau, der verhindern soll, dass ein Nagel oder eine Scherbe von unten in den Fuß geht. S2 und S3 kommen dazu, wenn der Schuh auch Nässe abhalten soll, S3 hat zusätzlich eine profilierte Sohle und ebenfalls Durchtrittschutz.
Für viele Jobs in Logistik, Handel und leichtem Handwerk sind S1P Arbeitsschuhe eine gängige Wahl, weil sie den wichtigsten Schutz bieten und meist luftiger sind als wasserdichte Modelle. Arbeitest du viel draußen oder auf nassen Böden, ist ein S3-Schuh die sinnvollere Wahl. Im Zweifel gibt die Vorgabe deines Arbeitgebers den Ausschlag.
So findest du online die richtige Größe
Das größte Problem beim Onlinekauf ist die Passform, denn eine Stahl- oder Kunststoffkappe gibt nicht nach. Ein Schuh, der vorne drückt, wird nach einem langen Arbeitstag zur Qual. Miss deshalb vorher deine Füße. Stell dich dazu am späten Nachmittag auf ein Blatt Papier, zeichne die Umrisse nach und miss vom Ende der Ferse bis zur längsten Zehe. Viele Hersteller geben Fußlängen in Zentimetern an, und daran kannst du dich besser orientieren als an deiner gewohnten Schuhgröße. Miss beide Füße, denn sie sind selten exakt gleich lang, und richte dich nach dem größeren.
Achte außerdem auf die Weite. Manche Marken fallen eher schmal aus, andere bieten verschiedene Weiten an. Wer breite Füße hat, sollte gezielt danach filtern oder Bewertungen lesen, in denen andere Käufer die Passform beschreiben. Wenn du ohnehin Arbeitsschuhe bestellen möchtest, kann es sinnvoll sein, zwei Größen zur Anprobe zu ordern und die unpassende zurückzuschicken. Prüfe vorher, welche Rückgabebedingungen gelten.
Die Anprobe zu Hause richtig machen
Wenn das Paket da ist, zieh die Socken an, die du auch bei der Arbeit tragen wirst. Dicke Wintersocken verändern das Gefühl deutlich. Lauf ein paar Minuten in der Wohnung herum, geh in die Hocke und stell dich auf die Zehenspitzen. Die Zehen dürfen die Kappe dabei nicht berühren, und die Ferse sollte beim Gehen nicht aus dem Schuh rutschen. Probier die Schuhe am besten auf einem sauberen Teppich oder einer Decke an, dann bleibt die Sohle sauber, falls du sie doch zurückschicken willst.
Ein Tipp für Menschen mit Einlagen: Orthopädische Einlagen dürfen in Sicherheitsschuhen nicht einfach eingelegt werden, weil sie die geprüfte Schutzwirkung verändern können. Es gibt aber Kombinationen aus Schuh und Einlage, die gemeinsam zertifiziert sind. Sprich das am besten mit deinem Arbeitgeber und dem Orthopädieschuhtechniker ab.
Neue Sicherheitsschuhe brauchen oft ein paar Tage, bis sie sich angenehm anfühlen. Das gilt besonders für Modelle mit festem Leder. Trag sie deshalb schon vor dem ersten Arbeitstag ein paar Stunden zu Hause, dann startest du entspannt in den neuen Job.

