Gold ist eines der ältesten Wertspeicher der Menschheit und hat in den privaten Haushalten bis heute seinen festen Platz. In den Schubladen mancher Menschen verbergen sich, sei es als geerbter Schmuck, alte Münzen oder als Reste früherer Anlageüberlegungen, wohl nicht unerhebliche Werte. Wer sich darüber im klaren werden möchte, was seine Bestände wirklich wert sind, der sollte sich zumindest mit den Grundlagen der Preisbildung, der Legierungen und den gängigen Prüfmethoden etwas vertraut machen.
Preisbildung: Vom Weltmarkt zum Ankaufspreis
Der Goldpreis wird international an mehreren Handelsplätzen gebildet. Als Referenz gilt das zweimal täglich in London ermittelte LBMA Gold Price Fixing der London Bullion Market Association, das um 10:30 Uhr und 15:00 Uhr Ortszeit festgestellt wird. Dieser Preis bezieht sich auf eine Feinunze (31,1035 Gramm) reines Gold mit einem Feingehalt von 999,9.
Der Ankaufspreis, den Verbraucher tatsächlich erhalten, liegt regelmäßig unter diesem Referenzwert. Grund dafür sind Verarbeitungs- und Scheidekosten, Marktrisiken und die Marge des jeweiligen Händlers. Je nach Anbieter und Produktkategorie sind Abschläge zwischen wenigen Prozent bei Anlagegold und deutlich höheren Werten bei Bruchgold üblich. Wer regionale Angebote vergleichen möchte, findet zum Beispiel beim Goldankauf München tagesaktuelle Preise, die sich am Londoner Fixing orientieren.
Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie relevant Gold im privaten Bereich bleibt. Laut einer Studie der Steinbeis-Hochschule aus dem Jahr 2023 besitzen deutsche Privatanleger rund 9.089 Tonnen Gold, davon etwa 4.925 Tonnen als Barren und Münzen sowie 4.164 Tonnen als Schmuck. Das entspricht einem Volumen, das die offiziellen Reserven der Bundesbank deutlich übersteigt.
Legierungen und Feingehalt richtig einordnen
Nicht jedes goldfarbene Schmuckstück besteht aus reinem Gold. Für Schmuck sind Legierungen die Regel, weil reines Feingold zu weich für den Alltagsgebrauch ist. In Deutschland kennzeichnet die Punze den Feingehalt in Tausendsteln.
Gängig sind 333 (8 Karat), 375 (9 Karat), 585 (14 Karat) und 750 (18 Karat). Anlagegold wie der Krügerrand, der Wiener Philharmoniker oder der Maple Leaf hat üblicherweise einen Feingehalt von 999,9. Barren renommierter Hersteller tragen zusätzlich Seriennummer und Prägestempel akkreditierter Schmelzen, etwa nach dem Good Delivery Standard der LBMA.
Der reine Materialwert eines Schmuckstücks berechnet sich vereinfacht aus Gewicht, Feingehalt und Tagespreis. Ein Ring mit 6 Gramm und einem Feingehalt von 585 enthält demnach etwa 3,51 Gramm Feingold. Sammlerwerte, künstlerische Bearbeitung oder Markennamen können den Preis darüber hinaus beeinflussen, spielen beim reinen Materialankauf aber häufig eine untergeordnete Rolle.
Prüfmethoden im seriösen Ankauf
Für die Bewertung nutzen professionelle Ankäufer verschiedene Verfahren. Die klassische Säureprobe arbeitet mit Prüfsäuren unterschiedlicher Konzentration und einem Prüfstein. Sie ist kostengünstig, aber invasiv, da eine kleine Materialprobe abgerieben wird.
Die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) gilt heute als Standard. Zügig und ohne Beschädigung des Barren misst sie die Legierungszusammensetzung und erkennt dabei auch Beimischungen wie Silber, Kupfer oder Palladium. Neben der Anlage sind auch Feinwaagen mit einer Genauigkeit von 0,01 Gramm und Dichtemessungen zur Feststellung manipulierter Barren mit Wolframkern im Einsatz.
Seriöse Ankaufsstellen zeigen den Feingehalt, das Gewicht und den darauf berechneten Ankaufspreis an. Der Käufer darf den Prüfvorgang mitverfolgen. Wer sich mehrere Angebote einholt, sollte darauf achten, dieselben Bewertungsgrundlagen zu haben, also denselben Feingehalt und das gleiche Gewicht und den gleichen Tagespreis. Nur so lassen sich die Angebote miteinander vergleichen. Wer verkaufen will, hat auch seinen Perso dabei, denn die Ankäufer sind nach dem Geldwäschegesetz (GwG) zur Identifizierung verpflichtet, sobald bestimmte Bargeldschwellen überschritten werden.

